Broadford and back to Melbourne

Nach langem Stillschweigen habe ich nun wieder Zeit und Lust gefunden, das Erlebt nieder zu schreiben. Das Farmleben hört sich schöner an als es in Wirklichkeit ist. Vielleicht lag es aber auch nur an der Host-Family. Die Arbeit an sich war nicht schlimm oder schwer. Jeden Tag das Haus sauber halten, Tiere versorgen und im Garten mit helfen. An sich kein großes Problem. Allerdings wird es zum Problem, wenn man einfach nicht weiß, wie man mit Pferden umgehen soll. Ich habe festgestellt, Pferde sind absolut nichts für mich. Obwohl ich wirklich großen Respekt und auch etwas Angst vor diesen Tieren hatte musste ich jeden Morgen auf die Koppel, mit Pferd, die Pferdeäpfel weg machen und füttern. Das musste ich so lange machen bis mir das Pferd abgehauen ist und ich Outi und Jem wecken musste, weil ich es einfach nicht wieder auf die Koppel buchsieren konnte. Ab da an musste ich nichts mehr mit den Pferden machen ;-)
Der absolute Hammer kam dann donnerstagabends. Es hieß am Wochenende findet ein Pferdeturnier statt, auf das ich Jem begleiten sollte und ein paar Fotos für ihn schießen. Alles kein Thema… bis ich am Donnerstagabend erfuhr, das ich von Freitagmittag bis Sonntagmittag mit ihm über Nacht dort bleibe.
Nach langem hin und her überlegen entschloss ich mich dann doch mit zu gehen. Eine große Wahl hatte ich ja auch nicht. Abreisen oder mit gehen.
Also ging es am Freitag gleich los. Der Truck wurde beladen (eine Art Wohnmobil aus den wahrscheinlich 60er Jahren, wenn überhaupt). Das Pferd war an Bord, Essen auch, also konnte es los gehen.
Wendin Park liegt ungefähr zwei Stunden nördlich von Melbourne. Dort angekommen war es auch ganz schön. Die Sonne schien und es kam ein richtiges „Camping-Turnier-Gefühl“ auf. Ich musste in der Pferdebox in einer Art Zelt schlafen. Nachts fing es an zu regnen du am nächsten Tag war es windig, kalt und nass. Nicht gerade die besten Voraussetzung. Zumal ich keine wasserfesten Schuhe dabei hatte :-/
Meine Füsse spürte ich irgendwann gar nicht mehr und die Reiterei war auch mittelmäßig interessant. Jeden Tag gab es Bohnen aus der Dose. Bohnen mit Würstchen. Bohnen mit Kartoffel und Fleisch aus der Dose. Und Bohnen mit etwas Wasser, was Jem als Bohnensuppe bezeichnete und es mal wieder gaaaanz lecker fand :-D
Sonntags gab es einen Parkur, der Country Cross hieß. Ich muss zugeben, der war auch wirklich spannend. Es gibt eine 2-4 Kilometer lange Strecke durch die Landschaft. Dazwischen stehen immer wieder Hürden, wie Baumstämme oder kleine Teiche, die man überwinden musste. Je nach Können Variierten die Höhen und Schwierigkeitsstufen. Das war wirklich spannend.

Am Dienstag ging es dann endlich weiter. Glücklicherweise fand ich kurzfristig noch eine Übernachtungsmöglichkeit in Melbourne bei zwei deutschen Mädels.
Outi brachte mich noch zur Bahn (einen Tag vorher musste ich noch das ganze Haus aufräumen und Putzen, inklusive deren Bade- und Schlafzimmer, sogar unter dem Bett musste ich saugen. Und kurz vor Abreise musste ich noch den Garten von altem Gestrüpp und Hundescheiße befreien. Wunderbar!).
Jetzt ging es also endlich wieder nach Melbourne. Meine zwei kleinen Katzen taten mir sehr leid. M liebsten hätte ich sie mit genommen.
In Melbourne lief alles super. Versuchte mit Skot noch ein paar gescheite Schuhe zu finden, allerdings waren wir leider zu spät dran.
Gegen 22 Uhr war ich dann endlich bei Hanna und Alessa die mich wunderbar empfangen haben :-)
Mein Flug nach Brisbane ging um 6.15 also stand ich um 3 Uhr auf und machte mich auf den Weg zum Flughafen.


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