Outback | Paradies | vielleicht auch die schönste Zeit die wir je hatten

Gegen 12 Uhr mittags wurden wir von unserem Hostel aus abgeholt und das Abenteuer konnte los gehen, oder auch mal wieder nicht. Nachdem alle 21 Personen im Bus saßen hieß es, dass ein neuer Bus aufgetrieben werden musste, da der in dem wir gerade saßen ein Leck hatte. Also hieß es wieder aussteigen. Bis dann alles wieder organisiert war, wir einen neuen Bus hatten, das Gepäck verstaut war und alle saßen, vergingen grobe zwei Stunden. Carmen und ich regten uns schon gar nicht mehr auf, denn irgendwie wäre es sogar seltsam gewesen wenn alles nach Plan geklappt hätte.


Den ersten halben Tag verbrachten wir dann im Bus und fuhren zu unserem ersten Nachtlager. Dort wurde dann erst mal ein Lagerfeuer gemacht und gekocht. Mit vollem Magen und rundum zufrieden legten wir uns in unsere Swags und schliefen selig unter dem nicht ganz so schönen Sternenhimmel.
Ein Swag ist so eine Art und Schlafsack in einem. Es sieht aus wie ein breiterer flacher Schlafsack, das äußere Material ist aber aus sehr festem, Wasserdichtem Stoff. Darin liegt eine kleine Matratze und der Schlafsack wird zusätzlich noch reingelegt. Es ist unglaublich warm in diesen Dingern.


Am zweiten Tag wurden wir Morgens um 5.30 Uhr von Rob, unserem Guide (der alles alleine machte… kochen, fahren, wichtige Informationen erzählen, die Tour mit machen) geweckt. Dann hieß es schnell die Swags zusammenrollen, Schlafsäcke und anderes Gepäck verstauen, schnell was frühstücken, Zähne putzen und los.
Es ging zum Kings Canyon, der wirklich vergleichbar ist mit dem amerikanischen Great Canyon. Es war einfach fantastisch! Wir bestiegen den Berg und liefen einmal komplett um den Canyon herum und in ihn hinein. Das es die letzte Zeit so viel geregnet hatte gedeiht im Canyon eine unglaublich Flora und Fauna. Man kam sich vor, wie wenn man sich im Garten Eden befinden würde. Überall grünte es, es wuchsen Palmen und es gab sogar einen kleinen See in dem man baden konnte. Mehr kann ich dazu momentan gar nicht sagen, da müsst ihr einfach die Bilder sehen! :-)


Die Gruppe war ganz in Ordnung. Es gab alle Altersgruppen und Nationalitäten. Von 15 bis grob 60 Jahren. Leider war ein Teil unserer Gruppe etwas lauffaul. Zu dick, nichts gewohnt oder hatten sie einfach Schläpperle und Däpperle als Schuhe dabei. Unverständlich für mich und Carmen, da wir wie die Gämsen immer vorne waren. Rob meinte auch, dass er in seinen ganzen vier Jahren noch keine so langsame Gruppe gesehen hat. Wie auch immer, die letzten haben ja bekanntlich keine Pause *hihi*

Mittags gab es immer Lunch und abends kochten wir super leckere Sachen. An dem Abend waren wir an unserem zweiten Schlaflager angekommen. Bevor die Sonne unter ging liefen wir grob drei Minuten zu einer Aussichtsplattform und hatten einen wundervollen Blick auf den Uluru. Leider hatten wir nie Glück mit dem Sonnenuntergang, da es immer um diese Zeit bewölkt war.

Am nächsten Tag (Tag drei) hieß es wieder so gegen 6 Uhr aufstehen. Wir mussten dieses Mal nichts zusammen räumen, da wir die zweite Nacht in selben Lager verbrachten. Es ging in den Nationalpark Richtung Kata Tjuta. Das sind auch wunderschöne Felsformationen die unglaublich schön sind.
Es war wirklich ein Segen, dass wir immer so früh aufstehen mussten, da die Fliegen morgens noch nicht unterwegs sind. Sie sind wirklich eine Plage. Da hilft aber auch kein Fliegennetz.
Nach der Wanderung und einem unglaublich schönen Tag schauten wir uns ein zweites Mal den Sonnenuntergang an, von einer anderen Stelle. Jedoch wieder ohne Erfolg.
Zurück am Lager gab es ein Australisches BBQ mit Känguru und Wachteln.

Tag vier begann wirklich so einer unmenschlichen Zeit, da wir den Sonnenaufgang am Uluru anschauen wollten. An einer weiteren Plattform angekommen konnten wir unser Glück kaum fassen. Es hatte sich wirklich gelohnt in aller herrgottsfrühe aufstehen zu müssen, besser gesagt zu dürfen :-)
Egal ob es ein Sonnenaufgang oder Untergang ist, in der Wüste wirkt alles mehr als extrem kitschig. Ich musste sehr oft an das Bild bei Oma Hedwig im Wohnzimmer denken. Ich war immer der Meinung, dass es so einen lila, rosa, gelb, orangenen Himmel nicht in echt geben kann. Aber es gibt ihn wirklich!


Gefrühstückt wurde auf dem Ratsplatz. Rob hatten den Grill aufgestellt und backte für uns Pancakes mit Granberries.

Alle anderen Touren schauten mehr als neidisch und hungrig zu uns herüber.
Mittags ging es dann zum Uluru, der von nahmen aussieht wie ein Tonklumpen. Man hat immer das Gefühl wenn man ihn anfassen würde, müssten die Finger darin versinken oder man könnte etwas in die oberste Schicht rein ritzen. Aber es ist tatsächlich harter Stein.
Wir wanderten einmal um den ganzen Stein und Rob erzählte uns einiges über die Entstehung.
Apropos Rob, der überraschte uns immer wieder von neuem, der er auf einmal anfing mit Carmen und mir schwäbisch zu reden. Uns haute es fast aus den Socken. Er erzählte uns, dass seine Mutter aus Karlsruhe kommt und sein Vater Australier ist. Wie klein die Welt doch ist.

Auf dem Weg nach Coober Pedy hatten wir dann einen Platten. Wir standen mitten auf dem Highway im nirgendwo. Wir dachten so etwas passiert nur in Filmen ;-)

Nachlangem hin und her wurde der Reifen ausgetauscht und es konnte weiter gehen. Coober Pedy ist die Opalstadt und das meiste befindet sich unter der Erde. So auch unsere Unterkunft. Ich befürchtete ja schon das ich mindestens 200 Meter unter die Erde muss aber glücklicherweise ging es nur gerade in die Erde hinein. Es kam einem eher vor wie wenn man in kleinen Höhlen oder im Keller schlafen würde.
Nach einer geruhsamen Nacht, die nicht draußen im Swag war, was wir sehr vermissten, besuchten wir an Tag fünf die Opalmine und fuhren dann weiter in Richtung Flinders Rangers. Auf dem Weg hatten wir dann ein Öl Leck und es dauerte wieder relativ lange bis wir weiter konnten.
Wir Übernachteten wieder in den Swags und unter freiem Himmel.

Tag sechs begann mit einer kleinen Wanderung, so wie sich das für den 1. Mai gehört.Leider fehlte uns das Bier um uns richtig heimisch zu fühlen ;-)
Auf der Wanderung sahen wir dann auch endlich die ersehnten Kängurus! Wir hatten schon öfters welche vorbeispringen sehen aber nie so, dass wir Fotos machen konnten.
Wenn ich schon bei Tieren bin, wilde Kamele haben wir auch gesehen.

Gegen Mittag brachen wir dann wieder auf in Richtung Adelaide. Nachdem Irgendwas am Auspuff kaputt gegangen ist und wir wieder warten mussten kamen wir mit grob 2 ½ Stunden Verspätung in Adelaide an. Andi holte Carmen und mich mit dem Auto ab. Wir duschten schnell und fielen dann mehr als erschöpft ins Bett.

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