Gjirokaster
10.-12.08.2021
Anreise
Von Himare ging unsere Reise dann weiter nach Gjirokaster. Was sich gar nicht so einfach herausstellt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Aussagen, wann ein Bus fahren würde waren von "es fährt immer einer" bis zu "maximal ein bis drei mal am Tag" und niemand konnte uns genaue Uhrzeiten sagen.
Wir wären aber nicht Nini&Carmen on Tour, wenn uns das Angst machen würde ;-) Unser Plan B war bereits vorbereitet und unser Zettelchen für's Trampen geschrieben, falls alle Stricke reissen sollten. Wir waren uns sicher, dass wir ankommen werden. Beziehungsweise, ich war mir sicher, dass wir zwischen 12 und 13 Uhr vor Ort sind. Carmen hatte noch etwas Bedenken...
Ein Bus kam natürlich keiner und wir standen ab 8 Uhr an der Strasse und hielten unser Schildchen nach Saranda in die Höhe. Von dort aus hätten wir umsteigen müssen um weiter nach Gjirokaster zu kommen. Wir waren schon kurz davor aufzugeben, als uns ein super nettes Pärchen aus der Ukraine aufgabelte und sehr luxuriös in ihrem weißen BMW, Klimaanlage, Rockmusik, schnellem Fahrstil und viele Informationen über Land und Leute der Ukraine mit nahm. Wir waren mal wieder Glückspilze (happy mushrooms) und um 10 Uhr bereits in Saranda. Besser hätte es gar nicht laufen können. So schnell und komfortabel wären wir mit dem Bus niemals angekommen, das Schwabenherz lachte auch noch eine wenig, weil war ja gratis ;-)
Allgemein hätte ich zum Trampen in Albanien keine Bedenken, erst recht nicht, wenn man zu zweit unterwegs ist.
In Saranda traf uns erst einmal der Schlag. Wirklich keine schöne Stadt. Völlig überlaufen, viel Armut, nicht schön und wir waren froh, direkt weiter zu gehen und hier keinen Stop zu haben.
Der nächste Bus stand schon vor unserer Nase aber kein Busfahrer weit und breit zu sehen. An der Kreuzung fuhr uns dann einer mit dem Schild Gjirokaster entgegen und Carmen sprang direkt in den fahrenden Wagen und konnte den Busfahrer gerade noch aufhalten mich dazu zu holen. Hauptsache wir saßen und kamen weiter. An die Kosten kann ich mich nicht mehr ganz erinnern aber waren grob bei 700 Lek pro Person. Wir waren super zügig in der Stadt und tatsächlich kurz nach 12 Uhr bereits dort, wie ich es prophezeit hatte. Unser Hotel lag rund 1,8 Kilometer auf dem Berg. Ich konnte Carmen Gott sei Dank überzeugen, die Strecke mit Rucksack bei über 40 Grad nicht zu laufen sondern uns ein Taxi zu gönnen. Was aber auch ein Erlebnis für sich war, da uns ein uralter Albaner in einem uralten Mercedes (der Himmel war mit Reiszwecken festgetackert :-D ) ins Hotel brachte.
Für alle, die in Gjirokaster mit einem eigenen Auto anreisen und um oberen, schönen Teil des Dorfes sind. Ihr solltet fahrsicher sein und keine Angst vor engen Straßen und außergewöhnlichem Verkehr haben. Die Straße nach oben ist relativ steil, die Kopfsteinpflaster wie Glatteis, es wird geflucht, gehupt und gemotzt. Der Schwächere muss den Rückwärtsgang nutzen, was nicht wirklich lustig ist.
Vor Ort
Das Dorf war eines unserer Highlights und würden wir absolut weiter empfehlen. Wir kamen im Kerculla Resort unter, welches über der eigentlichen Attraktion, der Burg liegt und für albanische Verhältnisse sehr gehoben ist. In der Hauptsaison liegen die Preise bei 90-95 Euro pro Zimmer, in der Nebensaison ab 75 Euro. Wir können es aber absolut empfehlen. Die Zimmer sind wirklich schön, absolut sauber, der Ausblick gigantisch und es hat nicht viele Unterkünfte mit Pool, was bei 40+ Grad eine Wohltat ist.
Der Service ist bemüht aber es kann vorkommen, dass man drei bis viermal einen Kaffee bestellen muss und das Frühstück ist eher europäisch angehaucht.
Wir genossen die Zeit unglaublich, erkundeten das Dorf und fanden auch schöne Plätze mit traditioneller Küche. Ein kleiner Geheimtipp ist das "Traditional & Healthy A Muco" in einer Seitenstrasse. Eine ältere Dame, die sehr dankbar und unendlich freundlich ist! Dienstags hatten wir noch das Glück, dass ein DJ draußen auflegte und wir unseren Aperol in einer Atmosphäre genießen konnten in der es einfach mal kein Corona gab und es sich anfühlte wie früher. Das war sehr befreiend. Im Hotel sind ein paar Polizisten über Frontex aus Deutschland stationiert, was natürlich zur allgemeinen Erheiterung für Carmen sorgte. Zudem hatten wir noch einen tollen Abend mit Michi (ebenfalls Polizist) und Julia, die aus dem Norden (Osnabrück/Haselünne) kommen und uns direkt zur Kornbrennereiführung einluden. Da werden wir natürlich auf alle Fälle noch angehen! :-) Da der zweite Abend spontan mehr als nur ein bisschen süffig wurde, bei Bier und albanischem selbstgebrannten Raki (der übrigens schmeckt wie Obstler, da die Albaner keinen Anis hinzufügen). Rundum hatten wir eine richtig gute Zeit, mit wunderbaren Gesprächen und sehr netten Menschen.














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